Handwerksbetriebe

Teil von Arbeitssicherheit im Handwerksbetrieb: wer zuständig ist und was zu tun bleibt

Wie unterstützt Werkzeugergonomie die Gesundheit im Handwerk?

Werkzeugergonomie im Handwerk: Griffe, Händigkeit, Arbeitshöhe und rechtzeitiger Austausch. Mit Durchsichtliste für den eigenen Werkzeugbestand.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Ergonomische Griffe, passende Händigkeit und griffige Oberflächen sind bereits bei der Beschaffung zu beachten.
  • Arbeitshöhe, Standsicherheit und Bewegungsfreiheit wirken direkt auf die Körperhaltung.
  • Beschädigte Werkzeuge gehören sofort aus dem Verkehr, gereinigt und übersichtlich gelagert.

Ergonomische Werkzeugmerkmale bei der Beschaffung

Werkzeugergonomie beginnt nicht am Werktisch, sondern beim Einkauf. Nach dem BGHM-Merkblatt sind ergonomische Werkzeuge zu beschaffen, wobei Formgebung, Händigkeit und Oberflächenbeschaffenheit der Griffe im Mittelpunkt stehen. Wer für Rechts- und Linkshänder dasselbe Werkzeug bestellt, verschenkt hier Potenzial.

Ein zweites Kriterium ist die Standsicherheit des Werkzeugs selbst. Gekantete Flächen an den Griffen verhindern Wegrollen und ersparen dem Anwender das Nachgreifen. Die DGUV Information 209-001 beschreibt ergänzend, dass bestimmungsgemäßer Gebrauch sowie Pflege und Instandhaltung den Arbeitsschutz erhöhen. Beschaffung und Pflege gehören damit in dieselbe Entscheidung.

Durchsichtliste für den Werkzeugbestand

Diese Liste ist ein eigenes Prüfraster, keine Vorgabe eines Verbands. Zwei Personen prüfen gemeinsam, damit ein zweiter Blick auf Verschleiß fällt.

Merkmal Prüffrage Ergebnis
Griffform Liegt der Griff ohne Verkrampfen in der Hand?
Händigkeit Passt das Werkzeug zur arbeitenden Hand?
Oberfläche Ist der Griff rutschfest und unbeschädigt?
Schlagende Bart oder Aufstauchung sichtbar?
Stielbefestigung Keil, Ringkeil oder Querstift fest?

Die Spalte Ergebnis füllt jeder Prüfer getrennt aus. Abweichende Einschätzungen sind der eigentliche Gewinn des Vier-Augen-Prinzips.

Arbeitshöhe, Standsicherheit und Bewegungsfreiheit

Ergonomie endet nicht am Griff. Das Merkblatt verlangt, auf richtige Arbeitshöhe, gute Standsicherheit und ausreichende Bewegungsfreiheit zu achten. Eine zu tiefe Werkbank erzwingt eine dauerhaft gebeugte Haltung, ein wackliger Untergrund kostet Ausgleichsbewegungen.

Prüfen Sie vor jedem Arbeitsgang in einem kurzen Durchgang: Steht die Werkbank oder der Bock stabil? Erreicht die Hand das Werkstück ohne Verdrehen des Oberkörpers? Liegt genug Fläche für den Bewegungsablauf frei? Diese drei Fragen brauchen keine Messung, nur einen festen Platz im Ablauf.

Spitze und scharfkantige Werkzeuge sollen nicht in den Taschen der Arbeitskleidung getragen werden. Das ist ein Sicherheitspunkt, entlastet aber auch den Körper, weil Stiche und Scheuern entfallen.

Verschleiß erkennen und Werkzeuge austauschen

Verschleiß ist der häufigste Anlass für eine Nachbeschaffung, und er zeigt sich an klar benennbaren Stellen. Bei Meißeln und Körnern muss die Schneide scharf sein und den richtigen, werkstückabhängigen Keilwinkel aufweisen. Den entstehenden Bart am Schlagende schleifen Sie nass weg und schleifen die Fase nach, um die Härte zu erhalten.

Bei Hämmern gilt die Stielbefestigung als Kernpunkt. Geeignet sind Keile mit Widerhaken, Ringkeil oder Querstifte, außerdem Hämmer mit Stielschutzmanschette. Bei Verschleiß oder Beschädigung entscheiden Sie ausdrücklich, ob der Hammer ablegereif ist.

Nach der Arbeit gilt ein fester Ablauf: beschädigte Werkzeuge sofort dem Gebrauch entziehen, fachgerecht reparieren oder austauschen, reinigen und sicher sowie übersichtlich lagern. Wer diesen Ablauf in die Feierabendroutine legt, findet den nächsten Schaden beim nächsten Griff.

Häufige Fragen

Welche Merkmale entscheiden beim Werkzeugkauf?

Formgebung, Händigkeit und Oberflächenbeschaffenheit der Griffe, ergänzt um gekantete Flächen gegen Wegrollen.

Was gehört in die tägliche Sichtprüfung?

Augenfällige Mängel am Werkzeug, dazu Verschleiß am Schlagende und die Stielbefestigung bei Hämmern.

Was passiert mit beschädigten Werkzeugen?

Sie werden dem Gebrauch entzogen und fachgerecht repariert oder ausgetauscht, nicht weiterverwendet.

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