Handwerksbetriebe
Teil von Auftragsplanung im Handwerksbetrieb mit Kapazitätsrechnung und Nachkalkulation aufbauen
Wochenplan für Handwerker mit selbst gewähltem Puffer erstellen
Wochenplan für Handwerker erstellen: 105 verrechenbare Stunden, selbst gewählter Puffer, 4 Stunden Nacharbeit kennzeichnen und Tagesrückmeldungen einarbeiten.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Die verrechenbaren Wochenstunden sind der Ausgangswert, nicht die Anwesenheitsstunden.
- Der Puffer ist eine eigene Planungszeile und kein Branchenstandard.
- Nacharbeit wird innerhalb der geplanten Stunden gekennzeichnet, nicht doppelt gezählt.
Von der Jahreskapazität zur Wochenzahl
Der Ausgangspunkt ist die bereits ermittelte produktive Kapazität, nicht die Anwesenheit. Das Kammerformular rechnet Anwesenheitstage mal Anwesenheitsstunden pro Tag und zieht davon die unproduktiven Stunden ab, um die verrechenbaren Stunden pro Mitarbeiter zu erhalten. Diese Rechnung wiederholen Sie hier nicht. Sie übernehmen das Ergebnis und teilen es auf die Woche herunter.
Beispiel: Drei produktiv Beschäftigte mit je 35 verrechenbaren Wochenstunden ergeben 105 Stunden. Das ist eine hypothetische Beispielwoche, keine Messung und keine Vorgabe. Prüfen Sie den Wert gegen Ihre eigenen Aufschreibungen; weicht er ab, korrigieren Sie zuerst die Wochenzahl, bevor Sie planen. Teilen Sie dafür die verrechenbaren Jahresstunden aus dem Kammerformular durch Ihre tatsächlichen Einsatzwochen. Rechnen Sie mit den Wochen, in denen wirklich gearbeitet wird, nicht mit 52 Kalenderwochen, sonst planen Sie eine Kapazität, die der Betrieb nie hat.
Puffer als eigene Planungszeile
Der Puffer ist eine bewusst gewählte Zeile im Plan. Im Beispiel reservieren Sie 20 Prozent, also 21 Stunden, und verplanen die restlichen 84 Stunden. Diese 20 Prozent sind kein Branchenstandard; die erfassten Quellen enthalten keine Pufferempfehlung.
Wählen Sie den Anteil nach Ihrer Störungslage und schreiben Sie die Zahl sichtbar in die Kopfzeile. Beginnen Sie mit dem Anteil, den Ihre Aufschreibungen der vergangenen Wochen als Störzeit ausweisen. Ohne eigenen Wert starten Sie bewusst niedrig und erhöhen erst, wenn die Aufzeichnungen Bedarf zeigen. So bleibt der Puffer eine Entscheidung, keine Restgröße am Wochenende.
| Tag | Verplant | davon Nacharbeit |
|---|---|---|
| Montag | 16 h | 0 h |
| Dienstag | 18 h | 0 h |
| Mittwoch | 17 h | 4 h |
| Donnerstag | 17 h | 0 h |
| Freitag | 16 h | 0 h |
| Summe | 84 h | 4 h |
Die Zeile bleibt 84 Stunden. Nacharbeit wird markiert, nicht hinzugezählt.
Nacharbeit kennzeichnen und Ursachen zuordnen
Nacharbeit verbraucht geplante Zeit, sie schafft keine zusätzliche. Im Beispiel liegen 4 der 17 Stunden am Mittwoch als Nacharbeit im Plan. Tragen Sie die Stunden mit Ursache ein: fehlendes Material, unklare Vorgabe, Terminvorgabe des Kunden. Ohne Zuordnung bleibt die Kennzeichnung eine Zahl und führt im nächsten Monat zur gleichen Situation.
Ordnen Sie jede Ursache einer Person oder Rolle zu. Wiederholt sich eine Ursache über mehrere Wochen, ist das ein Signal für die Kalkulation oder die Auftragsklärung, nicht für den Wochenplan. Der Plan zeigt das Problem, er löst es nicht.
Tagesrückmeldung einarbeiten
Am Tagesende trägt die ausführende Person Ist-Zeiten, Materialverbrauch und Hindernisse nach. Die Rückmeldung aktualisiert die verbleibende Kapazität der Restwoche und kennzeichnet Nacharbeit. Wer nur den Sollwert pflegt, plant am Donnerstag mit Zahlen von Montag. Der Abgleich läuft täglich, nicht erst am Freitag. Je später eine Rückmeldung eintrifft, desto größer wird der Teil der Restwoche, der noch mit veralteten Zahlen geplant wird.
Software kann diesen Abgleich tragen. Nach eigenen Angaben von weclapp enthält die Einzellizenz Projekt die Ressourcenauslastung; sie kostet laut Preisseite ab 19 Euro monatlich netto und ist nur zusammen mit den Paketen ERP Dienstleistung oder ERP Handel buchbar. Das sind Herstellerangaben zu seiner Preisliste, kein unabhängiger Test. Prüfen Sie vor der Buchung, welche Lizenz Ihren Ablauf tatsächlich abbildet.
Hindernisse im Tageslauf dokumentieren
Nicht jede Störung ist Nacharbeit. Materialengpässe, Umlagerungen und Rückgaben gehören in einen eigenen Eintrag. weclapp beschreibt für die mobile Lager-App Funktionen für Wareneingänge und -ausgänge, Kommissionierung, Umlagerungen, Retouren, Inventur und Bestandsanzeige, teils per Barcode-Scanning. Solche Lagerbewegungen lassen sich getrennt von den produktiven Stunden führen, statt sie stillschweigend in die Nacharbeit zu buchen.
Für Materialverbrauch über Plan beschreibt weclapp die retrograde Buchung und die Möglichkeit, zusätzlichen Verbrauch als Ausschussmenge auf einzelne Positionen zu buchen. Beide Angaben sind Herstellerbeschreibungen, kein Prüfbericht. Die Trennung hilft trotzdem: Sie sehen, ob die Woche an Nacharbeit oder an Material scheitert.
Kontakt- und Kundenvorgänge nachhalten
Terminverschiebungen tauchen erst auf, wenn jemand den Kundenverlauf liest. Lexware Office nennt eine Kundenhistorie mit chronologischem Verlauf aller Vorgänge je Kunde sowie Aufgaben und Erinnerungen. Wenn Ihr Werkzeug keine Vorgangsübersicht bietet, bleibt die Rückmeldung Handarbeit; das ist ein Entscheidungspunkt, kein Nebenschauplatz. Die genannte Funktion ist eine Herstellerbeschreibung.
Häufige Fragen
Was passiert, wenn der Puffer in der Woche aufgebraucht ist? Dann wird nicht weiter verplant. Die nächste Anfrage bekommt einen späteren Zusagetermin oder eine Teilzusage, statt in die Reststunden gedrängt zu werden.
Zählt gekennzeichnete Nacharbeit doppelt? Nein. Die 4 Stunden am Mittwoch sind in den 17 Stunden enthalten. Die Wochensumme bleibt bei 84 Stunden; eine zweite Summenzeile würde die Belegung künstlich erhöhen.
Ist der 20-Prozent-Puffer eine Vorgabe? Nein. Er ist im Beispiel frei gewählt. Die erfassten Quellen enthalten keinen Standardwert; leiten Sie Ihren Anteil aus eigenen Aufschreibungen ab.